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Hirtentäschelkraut
Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris) ist ein traditionsreiches Heilkraut, das in der europäischen Volksmedizin seit Jahrhunderten bekannt ist. Als getrocknetes Teekraut wird es traditionell bei Blutungsbeschwerden sowie zur Unterstützung nach der Geburt verwendet. Die Kommission E hat Hirtentäschelkraut positiv bewertet. Das unscheinbare Wildkraut, das an Wegrändern und Feldern wächst, überzeugt durch seine vielseitige traditionelle Anwendung.
Anwendungsbereiche
- Traditionelle Anwendung bei funktionell bedingten, zu starken Regelblutungen (Menorrhagien)
- Volksheilkundliche Unterstützung zur Minderung von Nachblutungen nach der Geburt
- Traditionelle Anwendung als unterstützendes Mittel zur Wehenförderung unter Geburtsbegleitung
- Volksmedizinische Anwendung zur Unterstützung der Verdauungsfunktion
Inhaltsstoffe im Überblick
| Inhaltsstoff | Eigenschaft |
|---|---|
| Flavonoide | Antioxidative Pflanzenstoffe, traditionell mit gefäßtonisierender Wirkung assoziiert |
| Peptide / Polypeptide | Präklinisch untersuchte Inhaltsstoffe mit hämostatischem Wirkpotenzial |
| Gerbstoffe (Tannine) | Adstringierende Eigenschaften, traditionell blutungsstillend |
| Kaliumsalze | Mineralstoffanteil des Krauts |
Zutaten
Hirtentäschelblätter (Capsella bursa-pastoris)
Dosierung
- Zubereitung: 1–2 gehäufte Teelöffel getrocknetes Kraut mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen
- Ziehzeit: 5–15 Minuten, dann abseihen
- Tagesdosis: 2–3 Tassen täglich, gemäß Packungsangabe oder Herstellerempfehlung
- Anwendungsdauer: Auf einen begrenzten Zeitraum beschränken; bei anhaltenden Beschwerden ärztliche Abklärung empfehlenswert
Empfohlene Kombinationen aus der Apotheke
- Schafgarbenkraut (Achillea millefolium): Traditionell ergänzend eingesetzt – bringt adstringierende und krampflösende Eigenschaften mit
- Frauenmantelkraut (Alchemilla vulgaris): Volksheilkundlich bei Menstruationsbeschwerden kombiniert, gilt als klassische Begleitpflanze
- Weiße Taubnessel (Lamium album): Volksmedizinisch ergänzend bei verstärkten Menstruationsblutungen eingesetzt
Praxiserfahrung aus der Apotheke
In der Vollwerth Apotheke wird Hirtentäschelkraut häufig als traditionelles Teekraut empfohlen, wenn Kundinnen nach einem sanften, pflanzlichen Begleitmittel bei funktionellen Blutungsbeschwerden suchen. Dabei wird stets auf die klare Kontraindikation in der Schwangerschaft hingewiesen und bei unklaren oder starken Blutungen zur ärztlichen Abklärung geraten.
Pharmazeutische Einordnung
Sabine Vollwerth, Apothekerin: Hirtentäscheltee empfehle ich in meiner Apotheke gerne als traditionelles Hausmittel zur unterstützenden Anwendung bei funktionell bedingten Blutungsbeschwerden – und weise dabei immer klar darauf hin, dass die Anwendung in der Schwangerschaft kontraindiziert ist und anhaltende oder starke Blutungen unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollten. Bewährt hat sich für mich die Kombination mit Schafgarbenkraut, das adstringierende und krampflösende Eigenschaften ergänzt. Wer Schilddrüsenmedikamente einnimmt, sollte die Anwendung vorher mit dem Arzt besprechen.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris) wurde von der deutschen Kommission E positiv monographiert – anerkannte Anwendungsgebiete umfassen leichte Menorrhagien (zu starke Regelblutungen), Metrorrhagien (azyklische Gebärmutterblutungen) sowie die unterstützende Blutstillung. Die hämostatische Wirkung wird auf das Zusammenspiel von Gerbstoffen, Flavonoiden und bioaktiven Peptiden zurückgeführt, die gefäßtonisierend und adstringierend wirken sollen. Die uterusstimmulierende Wirkung, die dem Kraut traditionell zugeschrieben wird, ist präklinisch untersucht; robuste klinische Humanstudien stehen noch aus. Wegen dieser uterusaktiven Eigenschaften ist das Kraut in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Hinweis zu Wechselwirkungen: Bei gleichzeitiger Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten (z. B. Levothyroxin) ist Vorsicht geboten, da Inhaltsstoffe des Krauts die Schilddrüsenfunktion beeinflussen können. Bei Einnahme blutgerinnungshemmender Mittel oder uteruswirksamer Arzneimittel (z. B. Oxytocin) empfiehlt sich ärztliche Rücksprache vor der Anwendung.
Häufige Fragen
Darf ich Hirtentäscheltee in der Schwangerschaft trinken?
Nein. Aufgrund der uterusstimulierenden Wirkung ist Hirtentäschelkraut während der Schwangerschaft kontraindiziert – es kann Wehen auslösen und in der Frühschwangerschaft das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Die Anwendung ist erst unmittelbar im Rahmen der Geburt und unter Begleitung einer Hebamme oder eines Arztes vertretbar. Bitte sprechen Sie im Zweifelsfall immer mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt.
Wie bereite ich Hirtentäscheltee richtig zu?
Übergießen Sie 1–2 gehäufte Teelöffel getrocknetes Hirtentäschelkraut mit ca. 150 ml siedendem Wasser und lassen Sie den Tee 5–15 Minuten ziehen, dann abseihen. Üblich sind 2–3 Tassen täglich. Beachten Sie stets die Angaben auf der Packung oder fragen Sie in Ihrer Apotheke.
Kann Hirtentäschelkraut bei starken Regelblutungen helfen?
Dem Kraut wird traditionell eine blutstillende und gefäßtonisierende Wirkung zugeschrieben, die von der Kommission E anerkannt wurde. Starke, anhaltende oder unklare Blutungen sollten jedoch immer ärztlich abgeklärt werden, bevor mit einer pflanzlichen Selbstbehandlung begonnen wird.
Wie lange darf ich Hirtentäschelkraut einnehmen?
Die Anwendung sollte auf einen begrenzten Zeitraum beschränkt bleiben. Bei länger anhaltenden Beschwerden ist ärztliche Abklärung empfehlenswert. Orientieren Sie sich an den Packungsangaben oder lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.
Gibt es Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen?
Bei Schilddrüsenerkrankungen oder gleichzeitiger Einnahme von Schilddrüsenpräparaten (z. B. Levothyroxin) ist Vorsicht geboten. Auch bei blutgerinnungshemmenden Mitteln (z. B. Marcumar, ASS) oder uteruswirksamen Arzneimitteln (z. B. Oxytocin) empfiehlt sich ärztliche Rücksprache. Die Anwendung in der Schwangerschaft ist kontraindiziert.
Welche Kräuter lassen sich gut mit Hirtentäschelkraut kombinieren?
Traditionell bewährt hat sich die Kombination mit Schafgarbenkraut (Achillea millefolium), das adstringierende und krampflösende Eigenschaften ergänzt. Frauenmantelkraut (Alchemilla vulgaris) wird volksheilkundlich ebenfalls ergänzend bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Fragen Sie bei Bedarf in Ihrer Apotheke nach einer individuell abgestimmten Empfehlung.
Verantwortliches Unternehmen
medesign Ingenieur-Consulting GmbH
Dietramszeller Strasse 6
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